Ein ganzer Haushalt fährt Rad

Im Herbst 2015 wurde der Wunsch eines übersiedelnden Paares nach einer Übersiedelung mit dem Fahrrad in die Tat umgesetzt. Über 25 Gefährte transportierten große Mengen schwerer Möbel und Umzugskisten von einem Ende der Stadt ans andere und bildeten einen ansehnlichen Konvoi der Transportzukunft.

Das Wetter passte an diesem Samstag Morgen in Salzburg perfekt zu den Gesichtern der RadfahrerInnen, die sich an diesem Umzug der besonderen Art beteiligten und um die Wette strahlten. Insgesamt 30 Personen waren zuvor mitsamt ihrer privaten oder geliehenen Lastenräder und Anhänger mobilisiert worden.

Um 10 Uhr versammelten sich sukzessive immer mehr ungewöhnlich aussehende Fahrräder in einer Straße im Salzburger Stadtteil Lehen. Aus dem Wohnhaus wurden laufen sperrige Möbel und prall gefüllte Umzugskisten getragen und sogleich auf eines der bereitstehenden Räder geladen. Von der Zimmerpflanze über den Schreibtisch bishin zum Doppelbett war alles dabei, was zu einem Haushalt gehört. Lastenfahrräder der Typen wie Bullit, Christiania, Bakfiets oder LongJohn können Lasten weit über 100kg stemmen. Die noble Radkutsche mit Elektroantrieb schafft satte 250kg. Für Gegenstände, die dennoch keinen Platz auf einem Rad finden sollten, stand ein Elektro-Lieferwagen der Post zur Verfügung, der Wochenends uns Abends günstig über den Elektro-Carsharing Anbieter EMIL ausgeliehen werden kann.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAVoll bepackt und fest verschnürt setzte sich der Konvoi um kurz nach 12 Uhr in Bewegung. Auf den Hauptstraßen der Stadt wurde man laufend von PassantInnen zu Fuß, am Rad oder im Auto bejubelt, beklatscht und benickt. Die Botschaft scheint angekommen. Sowas sieht man schließlich nicht alles Tage.

Weg vom Alternativen-Denken

Ein kompletten Haushalt nur mit dem Fahrrad zu übersiedeln ist ein ambitioniertes und machbares Unterfangen. Das hat fairkehr mit dieser Aktion bewiesen. OLYMPUS DIGITAL CAMERADas bedeutet natürlich nicht, dass Transporte in Zukunft alle per Fahrrad getätigt werden müssen oder können. Es wurde aber gezeigt, was mit dem richtigen Fahrradtyp alles möglich ist und dass zahlreiche Autofahrten obsolet wären, wenn öfter auf ressourcenschonende, geräuscharme und saubere Lastenfahrräder zurückgegriffen werden würde. Das Argument “Für den Großeinkauf brauche ich ein Auto” wird mit den eindrucksvollen Bildern deutlich ad absurdum geführt. Vielmehr sollte es heißen: “Für sperrige Gegenstände brauche ich ein Lastenfahrrad”. Und so trägt diese Aktion vielleicht dazu bei, die praktische Alternative irgendwann zur Norm und das Auto zur praktischen Alternative werden zu lassen.

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