fairkehrtes Fest St. Johann

Erstmals ein fairkehrten Fest im Pongau vom 13.-15. September. Die grüne Wiese statt Asphalt kam in St. Johann gut an. 

“Uns gefällts sehr gut hier, besser als vorher.”
“Lassts den Rasen doch einfach liegen.”
“So könnte es immer sein.”

Am fairkehrten Fest in St. Johann zeichneten wir für ein Wochenende lang ein neues Straßenbild in der Hauptstraße der Pongauer Kleinstadt. Bei großteils trockenem Wetter kamen ca. 7.000 BesucherInnen, um sich die neue Umgebung näher anzusehen. Ein Teil des Geländes wurde als Begegnungszone eingerichtet, wo also auch Autos fahren durften – maximal mit 20km/h und immer mit Rücksicht auf andere VerkehrsteilnehmerInnen. Abschließend fand vor zahlreichen Einheimischen auch noch die katholische Messe auf dem grünen Rasen statt, in der auch nochmal auf die Sinnhaftigkeit der Veranstaltung hingewiesen wurde.

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Das Fest wurde in Kooperation mit der Stadtgemeinde St. Johann und unterstützt durch den regionalen Tourismusverband und die Werbeplattform SBS veranstaltet. Am Programm standen vor allem die ausgedehnte Grünflächen, die den Asphalt ablösen und Platz zum Entspannen, Begegnen und Verweilen bieten sollten. Zum Drüberstreuen gab es ein reichhaltiges Kultur- und Rahmenprogramm, mit lokalen KünstlerInnen, Kinderprogramm, Rollstuhlparkour, Fahrradrikschas, zahlreichen Mitmach-Aktivitäten, Infoständen und Gastgärten auf der Straße.

Programmfolder

St. Johann-Special: Hauptstraße als Begegnungszone

Seit 31. März 13 ermöglicht eine Änderung der Straßenverkehrsordnung STVO die Errichtung von Begegnungszonen. Eine Begegnungszone ist eine Straße, in der alle TeilnehmerInnen gleichberechtigt sind. Menschen zu Fuß, Menschen mit dem Fahrrad und Menschen mit motorisiertem Verkehr bilden einen Mischverkehr auf gleicher Ebene. Vorrang in den Begegnungszonen haben die schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen. Eine Reduktion der Höchstgeschwindigkeit auf 20km/h ermöglicht ein faires und sicheres Miteinander auf der Straße. Nur in Ausnahmefällen, und wenn keine Verkehrssicherheitsbedenken dagegen stehen, sind auch 30 km/h erlaubt.

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Während des fairkehrten Festes wurde eine solche Begegnungszone in der Hauptstraße als Pilotprojekt eingerichtet (zwischen Wagreinerstraße und Ing. L. Pechstraße). Dafür belebten Rollrasenflächen, Liegestühle, Kinderspielbereiche und Gastgärten die Straße und machten sie für Menschen zu Fuß attraktiver. Das Ergebnis war ein relativ harmonisches Miteinander aller VerkehrsteilnehmerInnen auf der Fahrbahn.

fairkehr Fazit

Selten erfuhren wir bei einem fairkehrten Fest derartig viele positive Rückmeldungen und Stimmen, die sich für eine dauerhafte Verkehrssberuhigung mit gleichzeitig hoher Mobilität ohne Auto stark machten. Die Bereitschaft unter den FestbesucherInnen, auch das eigene Auto zu hinterfragen, in Zukunft öfter mal stehen zu lassen und anders mobil zu sein, war vielfach spürbar. Ein Wochenende zum Mut Schöpfen also!