kauf-nix tag 2013

Auch heuer veranstaltete fairkehr gemeinsam mit Südwind und der ÖH den internationalen Kauf-Nix-Tag. Wir verschenkten öffentlich an 3 Standorten (Platzl, Hanuschplatz, Stadtbibliothek) Lebensmittel, die für den Müll bestimmt waren und tags zuvor in Unmengen daraus gerettet wurden. Ziel war eine Diskussion über eine andere Art des Wirtschaftens und eine verantwortliche Nutzung von Ressourcen.

 

2013Kaufnixtag-004Ein Highlight der heurigen Aktionen zum Kauf Nix Tag stellte der erstmalige Besuch eines “Müll-Nikolos” dar, der aus einer mit weggeworfenen Lebensmitteln gefüllten Mülltonne Gaben an PassantInnen verteilte. Die Reaktionen gingen dabei stark auseinander. Anfängliche Freude über den Nikolaus, der jedem was Leckeres bringt, wandelte sich bei so mancher Person in leichte Verstörtheit. Wo bringt der Nikolaus sonst schon Lebensmittel aus der Mülltonne? Vor allem freuten sich aber die Kinder über die Gaben, auch wenn es sich anstatt eine Schokolade “nur” um ein Stück Brot, eine Banane oder ein Joghurt handelte. Die Wirkung war die selbe.

Download Flyer Kauf-nix-Tag

Zusätzlich zu den 3 Müllverschenk-Aktionen wanderte eine mobile Aktionistengruppe durch die linke Altstadt und verschenkte vorher gesammelte Weihnachtsgeschenke auf marktschreierische Weise gemäß dem Prinzip “Nimm eins,   zahl keins”. Zahlreiche PassantInnen wurden auf ihren Einkaufstouren erwischt und konnten sich aus einem breiten Sortiment kleine Weihnachtsgeschenke aussuchen, welche auch gleich vorort als Geschenke verpackt wurden.

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Zum Kauf-Nix-Tag 2013 gibt es einen kurzen Videozusammenschnitt, mit dem mensch sich ein Bild der Aktion und der Reaktionen der Passanten machen kann.

 

Hintergrund

Es geht uns dabei nicht um einen kompletten Konsumverzicht, sondern um sparsamen und nachhaltigen Verbrauch. Mensch und Natur müssen über den Interessen einer profitorientieren Wirtschaft stehen. Die Aktion soll zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten mit den damit verbundenen sozialen und ökologischen Auswirkungen anregen.

Ein bewusstes, ethisch Verhalten beim Einkauf ist allerdings für viele Menschen – obwohl gewünscht – kaum oder garnicht leistbar. Der häug beschworenen gesellschaftlich-politischen Mitgestaltung per Einkaufswagen werden durch die Geldbörse Grenzen gesetzt. Demokratische Mitbestimmung sieht anders aus. (laut Statistik Austria waren 2011 in Österreich 1,4 Mio. Menschen armutsgefährdet).

Eine mündige Kaufentscheidung setzt auch Hintergrundwissen über die angebotenen Waren voraus. Dies zeigt sich z.B. bei der Entscheidung für Bio- oder fair gehandelte Produkte. Dem/der KonsumentIn bleibt häug nur die Wahl zwischen Pest und
Cholera, oder letztlich dem totalen Konsumverzicht, welcher die menschlichen Bedürfnisse auch nicht zufrieden stellt.

Durch das öffentliche Verteilen von “Müll” wollen wir zu einer Veränderung anregen und Begriffe wie Wiederverwendung und Recycling neu beleben. Dazu braucht es klare politische Rahmenbedingungen und Anreize.