Worte zum fairkehrten Fest in Nonntal

Offener Brief an die BewohnerInnen der Nonntaler Haupstraße und Gäste am fairkehrten Fest

FairkehrtesFest2014_Tag1-130Am 21. u. 22. Juni haben wir gemeinsam die Nonntaler Hauptstraße zum Blühen gebracht. Über 15.000 BesucherInnen flanierten durch die radikal umgestalteten Straßen und konnten in ihr dadurch ungewohnte Qualität erfahren. Einen Ausführlichen Bericht mit vielen Bildern und Video findet sich hier.

Die erfolgreiche Durchführung der Veranstaltung haben wir nicht zuletzt der fruchtenden Kooperation mit den ansässigen Betrieben und den vielen Privatpersonen zu verdanken, die uns mit dem Verzicht auf die zahlreichen Parkplätze die Nutzung dieser erst ermöglichten. Auch das Umparken der PKW bis Samstag Morgen hat wunderbar funktioniert. Dafür möchten wir uns bei ihnen ausdrücklich bedanken.

Ein lebendiges Fest wie das fairkehrte Fest stößt nicht bei allen nur auf Wohlgefallen. Daher möchten wir uns auch bei all jenen bedanken, die sich eventuell durch die Lautstärke beim Auf- und Abbau irritiert gefühlt haben und trotzdem von einer Beschwerde abgesehen haben. Danke für Ihr Verständnis!

Am Samstag und am Sonntag konnten wir uns eindrucksvoll zeigen, wieviel Charm und Potential in Ihrer schönen Straße liegt. Wir haben demonstriert, wie Rasen statt Autos Begegnungs- und Freiräume für Menschen schafft und uns damit daran erinnert, dass Lebensqualität durchaus vor unserer Haustüre liegen kann, wenn wir den Raum zugunsten der Menschen und nicht vorwiegend zugunsten des mobilisierten Individualverkehrs gestalten. Wir haben auch gesehen, dass die Gestaltung der Straßen durchaus in unseren Händen liegen kann, wenn man an die Beteiligung vieler AnwohnerInnen denkt.

Aus diesen Überlegungen heraus sehen wir uns als handlungsfähige Individuen mit einigen Fragen konfrontiert:

  • Welche Qualitäten bietet meine Straße für Begegnungs- und Freiräume?
  • In welcher Form können diese Qualitäten umgesetzt werden und welche Ressourcen bietet das für ein wertvolles Zusammenleben?
  • Wo könnten in meiner Straße offene Räume geschaffen werden und bin ich bereit, die Konsequenzen in Form reduzierter Parkmöglichkeiten zu akzeptieren?

Wir wünschen Ihnen interessante Gedanken, spannende Nachbarschaftsgespräche und freuen uns als gemeinnütziger, überparteilicher Verein über Ihre Rückmeldung und die eine oder andere finanzielle Unterstützung für unsere Art der Bewusstseinsarbeit. Infos hier

Lukas Uitz
für das fairkehr-Team

fairkehrtes Fest brachte Nonntal zum Blühen

Ein Wochenende mit ca. 15.000 BesucherInnen, das den Gästen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Da wo sich sonst ein parkendes Auto nach dem anderen reiht, FußgängerInnen und RadfahrerInnen sich mit AutofahrerInnen um den befahrbaren Platz in der schmalen Straße ringen, hielt am Wochenende des 21. & 22. Juni 2014 das fairkehrte Fest Einzug, um den Charm und die Qualitäten der alten Nonntaler Hauptstraße für die Menschen sichtbar und erlebbar zu machen.


Der Aufbau – es rollt der Rasen

Erhardplatz, 5:30 Uhr: 700m2 Rasen, 20 große Topfpflanzen, 10 Parkbänke, 20 Mülltonnen, 300kg schwere Strohballen und das Wichtigste: viele (noch etwas müde) aber motivierte AufbauhelferInnen. Jeder packt an, um der grauen Straße – Rasenstreifen für Rasenstreifen – einen neuen Anstrich zu verpassen und sie in eine grüne Lebensader für Menschen zu verwandeln. Noch vor Festbeginn staunten AnrainerInnen und PassantInnen nicht schlecht über das rege Treiben vor ihrer Haustür: Statt der üblichen Autos waren da plötzlich Grünflächen und offene Räume. Was hier wohl entstehen wird?

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Wiese statt Asphalt, Menschen statt Autos

Die autobefreite Straße hat plötzlich viel zu bieten. Tausende BesucherInnen haben es sich auch heuer nicht nehmen lassen, einen Straßenraum mal ganz anders zu erleben, diverse Köstlichkeiten der ansässigen Gastronomie sowie vegane und vegetarische Schmankerl zu probieren, sich über zahlreiche Organisationen und Initiativen zu informieren, guter Musik auf mehreren Bühnen zu lauschen oder sich bei dem einen oder FairkehrtesFest2014_Tag2-073anderen Workshop selbst einzubringen. Alternative Fortbewegungsmittel wie Rikschas, Lastenräder und Infos zum Öffentlichen Verkehr boten Einblicke in die Möglichkeiten und Vorzüge eines autoreduzierten Lebens. Das reichhaltige Programm und die Möglichkeit, Straße als Begegnungs- und Freiraum wahrnehmen zu können war Grund genug, warum Menschen jeden Alters, jeder Herkunft und Hautfarbe zusammenkamen und ihre Straße gemeinam genossen und zumindest kurzzeitig in Besitz nahmen. Ein Fest für Menschen, das in seiner Stimmung und Vielfalt wohl einzigartig ist in Salzburg und hoffentlich bald eine Wiederholung findet – in fairkehrt-Tradition an einem ganz anderen Standort. Nur wo?


Medienecho
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Hat euch das fairkehrte Fest gefallen? Schreibt uns eure Meinung an feedback@fairkehr.net

fairkehrtes Fest wandert ins Nonntal

Parkbänke statt Parkplätze, Wiese statt Asphalt, Musik statt Lärm. Der Verein fairkehr macht am 21./22. Juni die alte Nonntaler Hauptstraße zur grünen Wohlfühlzone.

 

fairkehrtesFestAnkuendigungAm kommenden Wochenende findet in Salzburg zum bereits sechsten Mal das fairkehrte Fest statt. Nach Elisabeth-Vorstadt, Mülln, Lehen und Schallmoos begrünt der Verein fairkehr in Zusammenarbeit mit der Stadt Salzburg erstmals das Nonntal. Dabei werden Straßen, die normal stark vom Autoverkehr belastet sind, in atmende Orte der Begegnung und des sozialen und gesellschaftlichen Austauschs verwandelt. Als Stilmittel dienen echter Rollrasen, Parkbänke, Strohballen und Sträucher. Kinderspielflächen, Schanigärten, Infoständen und ein reichhaltiges Kulturprogramm mit zahlreichen lokalen KünstlerInnen für Jung und Alt runden das Fest ab. Auch die Sonntagsmesse findet bei Schönwetter auf der Wiese vor der Erhardkirche statt (10 Uhr)

Durch das vorübergehende Weglassen des motorisierten Verkehrs soll bewusst gemacht werden, welcher Gewinn entstehen kann, wenn das Auto aus unserem gesellschaftlichen Mittelpunkt rückt und eine untergeordnetere Rolle einnimmt.Der Verein fairkehr veranstaltet das Fest heuer erstmals in der alten Nonntaler Hauptstraße statt. Man bleibt damit dem Motto treu, jedes Jahr eine andere Straße zu bespielen.

Einmal mehr lädt fairkehr also zum Neu-Erleben einer stark vom Auto besetzten Straße ein, für die eine Metamorphose hin zu einer dauerhaften Lebensader durchaus möglich wäre.

Infos zum Fest, Ort und Programm

 

 

 

Standpunkt Mönchsberggarage

Mehr Stellplätze im Stadtberg födern nachhaltig den KFZ-Verkehr in der Stadt

Der geplante Ausbau der Mönchsberggaragen im direkten Salzburger Stadtzentrum um zusätzliche 650 Stellplätze steht im direkten Widerspruch zum im städtischen Verkehrsleitbild festgehaltenen Bestreben, den Anteil des Individualverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen langfristig zu reduzieren. In keinem Fall darf die ohnehin schon sehr hohe Attraktivität des individuellen Pendelverkehrs per Auto in oder durch die Stadt mit zusätzlichen Parkmöglichkeiten mitten im Zentrum weiter gesteigert werden.

Mönchsberggarage.jpgWir wünschen uns stattdessen einen langfristigen Verkehrsfahrplan im Sinne der Bevölkerung für die Salzburger Innenstadt. Dieser sollte eine generelle Verkehrsberuhigung der Altstadt zwischen Mönchsberg und Salzach und eine sukzessive Verlagerung der Parkmöglichkeiten vom Zentrum in die Außenbezirke der Stadt vorsehen. Durch öffentlichen Nahverkehr auf bevorzugten Trassen können die Menschen den Weg ins Zentrum schneller als bisher bewältigen, angezogen von der gesteigerten Attraktivität einer verkehrsberuhigten Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität für FußgängerInnen und RadfahrerInnen. Nicht mehr benötigte Parkplätze in der Innenstadt können in der Folge rückgebaut und freiwerdende Flächen als Parks oder öffentliche Plätze umgewidmet werden.

fairkehr steht für einen gesunden Mix aller VerkehrsteilnehmerInnen. Bei 50% KFZ-Anteil am Modal Split bleibt heute schon relativ wenig Raum für den Umweltverbund (Öffis, Rad- & Fußverkehr). Was mit dem Ausbau der Mönchsberggarage erzielt wird, ist eine massive und praktisch irreversible Begünstigung des ohnehin schon überbordenden KFZ-Verkehrs, die eine Attraktivierung anderer Verkehrsformen noch schwerer werden lässt.

 fairkehr tritt grundsätzlich für zentrale Parkmöglichkeiten ein. Dass sich diese jedoch abseits der Innenstadtgrenzen befinden und durch getaktete Park&Ride Systeme angebunden sein müssen, scheint in unseren Augen unausweichlich, wenn das Ziel einer langfristig stark autoreduzierten Innenstadt ernsthaft angestrebt werden soll.

fairkehr bekommt neuen Vorstand

Ein sechsköpfiges Team bildet ab sofort die Vereinsspitze

Mit Ende des Jahres präsentiert sich der Vorstand des Vereins fairkehr mit neuen motivierten Gesichtern. Ausgestattet mit einem Mix aus kreativen Ideen und fachlicher Expertise, startet der Verein mit einem sechsköpfigen Vorstandsteam ins neue Jahr.

fairkehr_Vorstand

6 Köpfe für neue Energien und Ideen

Den neuen Vorstand bilden neben Lukas Uitz, der bisher gemeinsam mit Erik Schnaitl den Verein führte, ab sofort Ferdinand Hofer, Timo Kessler, Marlene Fuchs, Tobias Hofer und Duy Le Pham, wobei Lukas Uitz und Ferdinand Hofer als Sprecher fungieren. Als Auftakt organisierte das neue Team am 30. November den „Kauf Nix Tag“, bei dem Lebensmittel aus dem Müll u.a. von einem Nikolaus verschenkt wurden und damit aktionistisch unser Konsumverhalten hinterfragt wurde.

Lukas Uitz zur Vorstandserweiterung: „Ein größeres Team bedeutet auch einen größeren Ideen-Pool und viel neues Potential für zukünftige Aktionen.“ Der Verein wird weiterhin seinen Schwerpunkt auf verkehrspolitische Bewusstseinsbildung mit Interventionen im öffentlichen Raum kombiniert mit der Teilhabe am politischen Diskurs setzen.

„Wir sind alle voller Tatendrang und zuversichtlich, auch in Zukunft mit kritischen aber sympathischen Aktionen für öffentliches Aufsehen zu sorgen und damit der häufig trockenen Mobilitäts-Debatte frischen Wind zu verleihen.“ sagt Ferdinand Hofer, der sich in der Vergangenheit u.a. bei der Aktion „Offener Steg“ für die Freihaltung des Überfuhrstegs eingesetzt hat.

Erik Schnaitl zieht sich aus Vorstand zurück

Erik_privatNicht länger Teil des fairkehr-Vorstands ist unser langjähriger Wegbereiter und Vereinsgründer Erik Schnaitl. Er zieht sich in den Hintergrund zurück: „Die Aufbaujahre für fairkehr sind vorüber, der Verein hat sich parteiunabhängig und ganzheitlich in der Öffentlichkeit positioniert. Bei dieser spannenden Entwicklung maßgeblich mitgewirkt zu haben, war mir eine Freude und Ehre. Nun darf es neue Impulse im Verein geben, mit neuen “frischen” Menschen. Dafür mache ich Platz und verabschiede mich aus dem Vereinsvorstand um auf der “normalen” Vereinsmitgliederbank Platz zu nehmen.“