Ein ganzer Haushalt fährt Rad

Am 31. Oktober 2015 wurde der Wunsch eines übersiedelnden Paares nach einer Übersiedelung mit dem Fahrrad in die Tat umgesetzt. Über 25 Gefährte transportierten große Mengen schwerer Möbel und Umzugskisten von einem Ende der Stadt ans andere.

Das Wetter passte an diesem Samstag Morgen in Salzburg perfekt zu den Gesichtern der RadfahrerInnen, die sich an diesem Umzug der besonderen Art beteiligten und um die Wette strahlten. Insgesamt 30 Personen waren zuvor mitsamt ihrer privaten oder geliehenen Lastenräder und Anhänger mobilisiert worden.

Um 10 Uhr versammelten sich sukzessive immer mehr ungewöhnlich aussehende Fahrräder in einer Straße im Salzburger Stadtteil Lehen. Aus dem Wohnhaus wurden laufen sperrige Möbel und prall gefüllte Umzugskisten getragen und sogleich auf eines der bereitstehenden Räder geladen. Von der Zimmerpflanze über den Schreibtisch bishin zum Doppelbett war alles dabei, was zu einem Haushalt gehört. Lastenfahrräder der Typen wie Bullit, Christiania, Bakfiets oder LongJohn können Lasten weit über 100kg stemmen. Die noble Radkutsche mit Elektroantrieb schafft satte 250kg. Für Gegenstände, die dennoch keinen Platz auf einem Rad finden sollten, stand ein Elektro-Lieferwagen der Post zur Verfügung, der Wochenends uns Abends günstig über den Elektro-Carsharing Anbieter EMIL ausgeliehen werden kann.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAVoll bepackt und fest verschnürt setzte sich der Konvoi um kurz nach 12 Uhr in Bewegung. Auf den Hauptstraßen der Stadt wurde man laufend von PassantInnen zu Fuß, am Rad oder im Auto bejubelt, beklatscht und benickt. Die Botschaft scheint angekommen. Sowas sieht man schließlich nicht alles Tage.

Weg vom Alternativen-Denken

Ein kompletten Haushalt nur mit dem Fahrrad zu übersiedeln ist ein ambitioniertes und machbares Unterfangen. Das hat fairkehr mit dieser Aktion bewiesen. OLYMPUS DIGITAL CAMERADas bedeutet natürlich nicht, dass Transporte in Zukunft alle per Fahrrad getätigt werden müssen oder können. Es wurde aber gezeigt, was mit dem richtigen Fahrradtyp alles möglich ist und dass zahlreiche Autofahrten obsolet wären, wenn öfter auf ressourcenschonende, geräuscharme und saubere Lastenfahrräder zurückgegriffen werden würde. Das Argument “Für den Großeinkauf brauche ich ein Auto” wird mit den eindrucksvollen Bildern deutlich ad absurdum geführt. Vielmehr sollte es heißen: “Für sperrige Gegenstände brauche ich ein Lastenfahrrad”. Und so trägt diese Aktion vielleicht dazu bei, die praktische Alternative irgendwann zur Norm und das Auto zur praktischen Alternative werden zu lassen.

fairkehrtes Fest macht 2015 Pause

Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt steht es fest. Nach 5 Jahren der fairkehrten Feste an bisher 5 verschiedenen Standorten wird fairkehr 2015 in der Stadt Salzburg eine Festpause einlegen. Grund sind vor allem die begrenzten Zeitressourcen des fairkehr-Teams.

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Der erste Rasen, St. Julien Straße 2010

Eine zweitägige Veranstaltung mit BesucherInnenzahlen, die sich zum Teil jenseits der 20.000 bewegten, lässt sich mit zunehmendem Bekanntheitsgrad nur schwer in ihrem Organisationsaufwand verkleinern und erfordert ein hohes Maß an persönlichem und ehrenamtlichen Engagement. Und da unsere zeitlichen Möglichkeiten heuer begrenzter sind, als die Jahre davor, haben wir beschlossen, 2015 eine fairkehrte Festpause einzulegen. Dies bedeutet aber auf keinen Fall, dass sich das Bisherige nicht gelohnt hat. Das fairkehrte Fest ist in den letzten Jahren zu einer Institution und einem festen Bestandteil im Salzburger Aktivismus- und auch Kulturkalender geworden. Ein “place to be” mit zum Teil internationalem Widerhall und einem reichhaltigen Rahmenprogramm für Jung und Alt, das seinesgleichen sucht. Wichtiger als hohe BesucherInnenzahlen war es uns jedoch immer, nicht den Fokus auf das Wesentliche beim fairkehrten Fest zu verlieren und das war und ist, den Stellenwert des Autos in unserer Gesellschaft kritisch zu hinterfragen und das emotionale Thema der individuellen Mobilität möglichst breit und in einer passenden Umgebung zu diskutieren.

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Nonntaler Hauptstraße 2014

Die Durchführung des fairkehrten Fests wurde stets mit einem minimalem Budget bewerkstelligt, was nicht zuletzt durch zahllose ehrenamtliche MitarbeiterInnen und viele unentgeltlich teilnehmende KünstlerInnen ermöglicht wurde, denen das Fest wichtiger war, als der persönliche Verdienst. Ihnen sei an dieser Stelle unseren Dank ausgesprochen.

Dies soll nun keineswegs eine Abschiedsrede sein. Das fairkehrte Fest wird wiederkommen, wo und in welcher Form ist offen. Wir möchten die freiwerdenden Ressourcen für neuen, erfrischenden Aktionismus nutzen und weiterhin aktiv Werbung für ein Weniger an Autos und mehr Lebensqualität in der Stadt machen, und da soll auch das fairkehrte Fest weiterhin Teil davon sein.

alles Gratis am Kauf-nix Tag

Am internationalen Kauf Nix Tag, dem 1. Adventssamstag, gab es von fairkehr und der ÖH Salzburg mehrere Aktionen zum Thema Konsumkritik in der Salzburger Innenstadt. Unter anderem wurden aus dem Müll gefischte Lebensmittel sowie gebrauchte Gegenstände als kleine Weihnachtspräsente an Salzburger Passanten verschenkt.

 

Bericht, Hintergründe und Bilder vom Kauf-nix Tag 2014

3. Salzburger Lastenradparade

fairkehr demonstrierte bei der 3. Salzburger Lastenradparade am 22.11.2014 während einer Rundfahrt durch die Stadt die Möglichkeiten des Lastentransports mit Fahrrädern und sorgten für großes mediales Echo.

36 schwer beladene Lastenräder und Anhänger standen diesmal am Start. Ein satter Zuwachs im Vergleich zu den letzten beiden Jahren und ein positives Signal in Richtung steigender Fahrradmobilität in Salzburg.

Hier gehts zum ausführlichen Bericht und zur Bildergallerie.

Alternativen Lastentransport stärker fördern

fairkehr veranstaltet am 22. November die „3. Salzburger Lastenradparade“ – heuer u.a. mit Live-Musik und Fahrradwerkstatt. Der Verein demonstriert damit die Vielfalt, die mittlerweile am Markt für Lastenfahrräder und –anhänger vorherrscht, fordert aber auch eine verbesserte Förderung im Bundesland Salzburg.

2012_Lastenradparade-002Aus Radhauptstädten wie Amsterdam oder Kopenhagen sind sie nicht mehr wegzudenken. Für sie werden vor vielen Supermärkten eigene Abstellplätze ausgewiesen. Im Salzburger Verkehrsalltag dagegen können sogenannte Lastenfahrräder bislang höchstens als exotische Randerscheinung betrachtet werden. Dennoch kann auch hierzulande ein steigendes Interesse an diesen umweltfreundlichen Transportgefährten verfolgt werden.

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fairkehr zur Kontrollamtsprüfung

Kontrollamt stellte weitgehend ordnungsgemäße Vereinsstrukturen, sauberes Rechnungswesen und vereinbarungsgemäße Leistungserbringung bei Beauftragungen durch die Stadt fest. Vorstand arbeitete 80-90% der Zeit ehrenamtlich. “In-Sich-Geschäfte” erfolgten korrekt.

Auf Beschluss des Kontrollausschusses der Stadt Salzburg vom 27. Jänner 2014 wurde der Verein fairkehr in Hinblick auf Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit, Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft, insbesondere auch dahingehend, inwieweit die Subventionsrichtlinien der Stadt vom Verein eingehalten wurden. Der Prüfbericht liegt nun vor (download).

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fairkehr auf fluxFM

Kürzlich hat FluxFM einen Radiobetrag von Annette Jensen über fairkehr gesendet. FluxFM ist ein junger Berliner Sender und hat ein Format, welches Geschichten vom guten Umgang mit der Welt bringt. futurZwei hat unseren Verein und unsere Aktivitäten in einer Folge vorgestellt.

wer uns noch nicht kennt, kann das nun über den futurzwei podcast tun.

oder gleich deren website besuchen.
futurzwei

Salzburger Verkehrstage

12ISVTlogoDerzeit finden wieder die Salzburger Verkehrstage statt, welche von der Zeitschirft “Regionale Schienen” als Hauptveranstalter durchgeführt werden. Die dreitägige Konferenz versucht Kunden, Anbieter und politische Entscheidungsträger_Innen an einen Tisch zu bekommen, um moderne Verkehrskonzepte zu entwickeln, welche den hohen Ansprüchen der Menschen an eine vielfältige Mobilität gerecht werden.

fairkehr ist bei den Verkehrstagen über die Salzburger Verkehrsplattform indirekt mitbeteiligt und hat dieses Jahr mit einer Begrüssungsaktion auf sich aufmerksam gemacht. Es wurden mit Hilfe von massstabsgetreuen Piktogrammen von unterschiedlichen Fortbewegungsmitteln (Auto, Lastenrad, Öffis, zu Fuss), welche im Eingangsbereich auf den Boden geklebt wurden, auf den Platzverbrauch sowie die Vor- und Nachteile aufmerksam gemacht. Dazu gabs eine Einladung und Aufforderung zu einer gesünderen Mobilität mittels Apfelgeschenken.

Programm der Salzburger Verkehrstage
Webseite der Salzburger Verkehrstage

PARKing Day am 19.9.2014

Beispielfoto Greencity MünchenAm 19. September veranstaltet der Verein fairkehr zum dritten mal den PARKing Day in der Stadt Salzburg. Dieser internationale Aktionstag wird jährlich in über 100 Städten weltweit begangen.

fairkehr möchte damit den Parkplatz und seine Auswirkungen auf unser Mobilitätsverhalten ins Rampenlicht stellen und auf die Begrenztheit des öffentlichen Raums hinweisen. Durch das temporäre Umgestalten einzelner Parkplätze wird am PARKing Day sichtbar, welche Lebensqualität gewonnen werden kann, wenn Parkplätze reduziert werden und dass es sich dabei keineswegs um einen Verzicht handeln muss. Auf 15 Parkplätzen werden verschiedene Aktivitäten angeboten:

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Worte zum fairkehrten Fest in Nonntal

Offener Brief an die BewohnerInnen der Nonntaler Haupstraße und Gäste am fairkehrten Fest

FairkehrtesFest2014-210Am 21. u. 22. Juni haben wir gemeinsam die Nonntaler Hauptstraße zum Blühen gebracht. Über 15.000 BesucherInnen flanierten durch die radikal umgestalteten Straßen und konnten in ihr dadurch ungewohnte Qualität erfahren. Einen Ausführlichen Bericht mit vielen Bildern und Video findet sich hier.

Die erfolgreiche Durchführung der Veranstaltung haben wir nicht zuletzt der fruchtenden Kooperation mit den ansässigen Betrieben und den vielen Privatpersonen zu verdanken, die uns mit dem Verzicht auf die zahlreichen Parkplätze die Nutzung dieser erst ermöglichten. Auch das Umparken der PKW bis Samstag Morgen hat wunderbar funktioniert. Dafür möchten wir uns bei ihnen ausdrücklich bedanken.

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